Helen Kellers Biographie

Obwohl blind und taub, bereiste die amerikanische Dozentin und Autorin Helen Keller (1880–1968) die ganze Welt und kämpfte für eine Verbesserung der Bildung und des Lebens von körperlich Behinderten.

Helen wird taub und blind

Helen Adams Keller wurde am 27. Juni 1880 in Tuscumbia, Alabama, geboren. Ihre Eltern waren Captain Arthur H. Keller und Katherine Adams Keller. Ihr Vater war ein Veteran der konföderierten Armee (Armee, die während des Bürgerkriegs, der von 1861 bis 1865 dauerte, um die Trennung von den Vereinigten Staaten kämpfte). Er war auch Redakteur der Lokalzeitung, der Nordalabama. Helen wurde als normales Kind geboren. Sie begann zu sprechen, als sie sechs Monate alt war. Als sie ein Jahr alt war, konnte sie mit ihren Eltern kommunizieren und sie hatte auch laufen gelernt. Als Helen achtzehn Monate alt war, entwickelte sich eine Krankheit, die der Arzt als Gehirnkongestion bezeichnete. Sie hatte viele Tage lang hohes Fieber, und dann war das Fieber weg. Helen war durch die Krankheit taub und blind. Helen wurde ein sehr wildes, widerspenstiges Kind. Sie schrie und trat, wenn sie wütend war, und kicherte und lachte, wenn sie glücklich war. Sie entwickelte viele ihrer eigenen Signale, um ihren Eltern ihre Bedürfnisse mitzuteilen.

Ihr frühes Lernen

Als Helen sechs Jahre alt war, kontaktierte ihre Mutter Dr. Alexander Graham Bell (1847–1922), von dem sie gehört hatte, dass er an Geräten arbeitete, um Gehörlosen zu helfen. Bell traf sich mit Helen und ihren Eltern und schlug vor, sich an das Perkins Institute for the Blind in Boston, Massachusetts, zu wenden. Im März 1887 kam Anne Sullivan (1866–1936), eine Lehrerin am Institut, als Helens Lehrerin. Anne war einundzwanzig Jahre alt und hatte selbst eine Sehbehinderung. Einen Monat nach ihrer Ankunft hatte Sullivan Keller das Wort „Wasser“ beigebracht. Sie tat dies, indem sie mit ihren Fingern Buchstaben in Helens Hand buchstabierte. Daraus verstand sie, dass Gegenstände Namen hatten und dass ihr Lehrer diese Namen in ihre Hand buchstabierte. Dies eröffnete Helen eine ganz neue Welt des Lernens.

Anne Sullivan war Tag und Nacht bei Helen und buchstabierte ihr ständig die Worte und Ideen von Dingen, die um sie herum vorgingen. Helen lernte schnell. In nur drei Jahren lernte sie das manuelle Alphabet (Gebärdensprache), das Braille-Alphabet (ein von Louis Braille [1809–1852] für Blinde geschaffenes Alphabet, das sich zur Kommunikation auf erhabene Punkte stützt) und sie konnte lesen und schreiben.

Schulen und Bildung

Helen wollte sprechen lernen und nahm 1890 Sprachunterricht an der Horace Mann School for the Deaf in Boston. Sie arbeitete fleißig daran, sprechen zu lernen. Nach fünfundzwanzig Jahren harter Arbeit und Übung war Helen in der Lage, mit einer Stimme zu sprechen, die andere verstehen konnten.

Von 1894 bis 1896 besuchte Helen die Wright-Humason School for the Deaf. Hier arbeitete sie weiter an der Verbesserung ihrer Kommunikation sowie ihrer Mathematik, Französisch, Deutsch und Erdkunde. Auf diese Weise bereitete sich Helen auf das College vor und besuchte die Cambridge School for Young Ladies. Anne Sullivan besuchte jeden Unterricht mit Helen und übersetzte die Vorträge und Bücher für sie, da sie nicht in Blindenschrift waren. Mit sechzehn hatte Keller die Aufnahmeprüfungen für das Radcliffe College bestanden; 1904 schloss sie ihr Studium cum laude (mit Auszeichnung) ab. Dies geschah alles mit der Unterstützung von Anne Sullivan, die die Vorträge und Texte interpretierte.

Widmet sein Leben, um anderen zu helfen

Als junge Frau war Keller entschlossen, etwas über die Welt zu lernen und das Leben anderer zu verbessern. Mit Einsicht, Energie und tiefer Hingabe an die Menschheit hielt sie Vorträge auf der ganzen Welt, arbeitete daran, ihre Ideen im Kongress zu verbreiten, und schrieb Tausende von Briefen, in denen sie um Beiträge zur Finanzierung von Bemühungen zur Verbesserung des Wohlergehens von Blinden bat. Sie besuchte Krankenhäuser und half blinden Soldaten. Sie lehrte die Blinden, mutig zu sein und ihr Leben für andere und für sich selbst reich, produktiv und schön zu gestalten.

Keller verkehrte mit einigen der größten Persönlichkeiten ihrer Zeit, darunter Alexander Graham Bell, Mark Twain (1835–1910), Andrew Carnegie (1835–1919), John D. Rockefeller Sr. (1839–1937) und die Präsidenten Grover Cleveland (1838–1908), Calvin Coolidge (1872–1933) und Woodrow Wilson (1856–1924). Sie verfasste solche Bücher wie Helen Kellers Tagebuch, Out of the Dark, Midstream: My Later Life, My Religion, The Song of the Stone Wall, The World I Live In, und Die Geschichte meines Lebens.

Sullivan diente als Kellers Berater und Begleiter. Als Keller 1968 starb, war ihr Name weltweit zu einem Symbol dafür geworden, was der menschliche Geist trotz schwerer körperlicher Einschränkungen leisten kann.

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