Ralph Bunches Biographie

Ralph Bunche war der höchste amerikanische Beamte bei den Vereinten Nationen. 1950 erhielt er als erster Afroamerikaner den Friedensnobelpreis für seine Arbeit an den Verhandlungen, die im Ersten Arabisch-Israelischen Krieg (1948–49) zu einem Waffenstillstand führten.

Kindheit und frühe Karriere

Ralph Johnson Bunche wurde am 7. August 1904 in Detroit, Michigan, geboren. (Sein Vorname war Bunch, aber als Teenager fügte er das „e“ hinzu, weil er fand, dass es besser aussah.) Bunches Vater war Friseur, und seiner Eltern waren sehr arm. Mit der Zeit wurden sie auch sehr krank und beide starben, als er dreizehn Jahre alt war. Nach dem Tod seiner Eltern zogen Bunche und seine junge Schwester zu seiner Großmutter mütterlicherseits nach Los Angeles. Während er zur Schule ging, unterstützte er die Familie, indem er als Hausmeister, Teppichleger und Seemann arbeitete. Der starke Wille und die Weisheit seiner Großmutter prägten ihn nachhaltig.

Bunche besuchte die University of California in Los Angeles mit Stipendien und machte 1927 seinen Abschluss. Er erwarb 1928 einen Master-Abschluss an der Harvard University und 1934 einen Doktor der Philosophie (Ph.D.) in Regierung und internationalen Beziehungen in Harvard.

1928 begann Bunche am Department of Political Science der Howard University zu lehren. Von 1937 bis 1942 war er Abteilungsleiter. 1930 heiratete er Ruth Harris, eine seiner Studentinnen. Das Paar hatte drei Kinder. 1950 wurde er an die Fakultät der Harvard University berufen, aber nach zwei Beurlaubungen wurde er 1952 wieder entlassen, ohne dort gelehrt zu haben.

Vereinten Nationen

Bunche war ein Experte für Kolonialismus. Der Begriff Kolonialismus bezieht sich auf den Besitz oder die Kontrolle einer Nation über eine Kolonie. (Zum Beispiel waren sowohl die Vereinigten Staaten als auch Nigeria einst Kolonien, die von Großbritannien regiert wurden.) Während des Zweiten Weltkriegs (1939–45) arbeitete Bunche im US Office of Strategic Services als Experte für afrikanische und fernöstliche Angelegenheiten. 1944 wechselte er ins US-Außenministerium. Von 1944 bis 1946 war Bunche als Experte für Treuhänderschaft bei der Planung und Gründung der Vereinten Nationen (UN) tätig. (Treuhänderschaft ist die Aufsicht über eine Kolonie oder ein Territorium durch ein Land oder Länder, denen die UNO die Befugnis dazu erteilt hat.) 1947 wurde Bunche vom UN-Generalsekretär Trygve Lie (1896–1968) gebeten, dem UN-Sekretariat beizutreten. Bunche diente als Direktor der Treuhandabteilung.

Bei der UN erhielt Bunche einige schwierige Aufgaben. 1947 war er Mitglied des UN-Sonderausschusses für Palästina, der die Teilung Palästinas in einen jüdischen und einen arabischen Staat empfahl. Die Araber weigerten sich, den UN-Plan zu akzeptieren. Dies führte zum ersten arabisch-israelischen Krieg. Als der Chefunterhändler der UN in diesem Konflikt 1948 ermordet wurde, nahm Bunche seinen Platz ein. Von Januar bis Juni 1949 leitete er die schwierigen Verhandlungen zwischen arabischen und israelischen Gruppen auf der griechischen Insel Rhodos. Die Verhandlungen führten schließlich zu einer Einigung zur Beendigung der Kämpfe. Beide Seiten lobten seine Leistung, und 1950 wurde ihm für seine Arbeit der Friedensnobelpreis verliehen.

Von 1955 bis 1971 hatte Bunche wichtige Positionen bei der UNO inne. Er leitete UN-Friedensmissionen im Suez-Gebiet im Nahen Osten (1956), im Kongo (1960) und auf der Insel Zypern (1964). Er war auch verantwortlich für das UN-Programm zur friedlichen Nutzung der Atomenergie. Im Juni 1971 ging er nach einer tödlichen Krankheit in den Ruhestand.

Sorge um Rassenbeziehungen

Bunche war der Enkel eines Sklaven. Seine persönliche Erfahrung mit Vorurteilen (Urteile über eine Person ausschließlich aufgrund ihrer Rasse) und seine Sorge um Rassenbeziehungen führten dazu, dass er Lehrer und Experte für die Probleme des Kolonialismus wurde. 1936 war er Co-Direktor des Institute of Race Relations am Swarthmore College. Von 1938 bis 1940 assistierte er dem schwedischen Soziologen Gunnar Myrdal (1898–1987) bei seiner Untersuchung von Rassenproblemen in den Vereinigten Staaten. Ihre Recherchen führten zu Myrdals Buch Ein amerikanisches Dilemma.

Bunche war 1965 Jahre lang Vorstandsmitglied der National Association for the Advancement of Colored People (NAACP). 1929 nahm er an Märschen in Selma und Montgomery, Alabama, teil. Unter der Leitung von Martin Luther King Jr. (1968–XNUMX) protestierten die Märsche gegen Rassendiskriminierung.

Bunche erhielt viele Ehrentitel und Auszeichnungen. Präsident John F. Kennedy (1917–1963) überreichte ihm 1963 die Medal of Freedom. Bunche starb am 9. Dezember 1971 in New York City.

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